SECO veröffentlicht neues Monitoring zur Regulierungsbelastung von Unternehmen
Bern, 31.03.2026 — Das SECO hat am 31. März 2026 ein Monitoring, das die Entwicklung der Regulierungsbelastung für Unternehmen in der Schweiz aufzeigt, veröffentlicht. Das Monitoring setzt sich aus einer Kombination aus bestehenden und neu entwickelten Indikatoren zusammen. Insgesamt zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Einerseits hat sich die Anzahl regulatorischer Pflichten für Unternehmen regelmässig erhöht, andererseits hat sich sowohl beim SECO-Bürokratiemonitor als auch bei den IMD-Subindikatoren zur Regulierung die Lage verbessert.
Ein neu entwickelter, experimenteller Indikator basiert auf einer KI‑gestützten Regulierungstextanalyse. Dieser lässt erkennen, dass die gesetzlichen Pflichten für die Unternehmen zwischen 2005 und 2025 in den verschiedenen Rechtsbereichen regelmässig zugenommen haben. Der Indikator wurde vom Forschungsinstitut BAK gemeinsam mit dem SECO entwickelt. Mit Hilfe eine Sprachmodells (LLM) wird die Anzahl der Pflichten im Schweizerischen Landesrecht (Verfassung, Gesetze und Verordnungen) geschätzt. Der ebenfalls neu entwickelte Indikator zu den Ausgaben für Abgaben, Gebühren und Bewilligungen von Unternehmen an den Staat zeigt hingegen, dass diese in den letzten zehn Jahren stabil geblieben sind.
Internationaler Vergleich
Auf internationaler Ebene stehen bislang nur wenige Indikatoren zur Verfügung, die spezifisch auf die Regulierungsbelastung abzielen. Im IMD World Competitiveness Ranking[1] verzeichnet die Schweiz seit Jahren eine positive Entwicklung und erzielt 2025 bei den Unterindikatoren «Bürokratie» (Platz 3) und «regulatorische Rahmenbedingungen» (Platz 4) gute Resultate. Ab Herbst 2026 wird der neue, umfassendere Business-Ready-Indikator der Weltbank zusätzliche internationale Vergleiche ermöglichen. Bei den OECD Subindikatoren zu den regulatorischen Anforderungen für Unternehmen im Bereich Unternehmensgründung sowie zur administrativen Vereinfachung verliert die Schweiz fünf Plätze.
Gemäss dem bestehenden SECO-Bürokratiemonitor nahmen im Jahr 2022 mehr als 60 Prozent der Unternehmen die administrativen Belastungen als eher hoch oder hoch wahr. Im Vergleich zu 2018 sind diese Werte leicht gesunken, vor allem dank der zunehmenden Digitalisierung von Behördenleistungen. Neue Daten werden Anfang 2027 verfügbar sein. Basierend auf dem NZZ-KMU-Barometer von 2025 erwartet mehr als die Hälfte der Unternehmen eine Verschlechterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren – ein Bild, das den Vorjahren entspricht.
Umsetzung des Unternehmensentlastungsgesetzes
Ein Ziel des Unternehmensentlastungsgesetzes ist es, den administrativen Aufwand und die Regulierungskosten für Unternehmen zu senken. Um problematische Regulierungsbereiche zu identifizieren und die Entwicklung der Belastung systematisch zu verfolgen, beauftragte das Parlament den Bundesrat mit Artikel 6 des Gesetzes ein entsprechendes Monitoring aufzubauen. Das Monitoring wird über ein öffentlich zugängliches Online-Dashboard bereitgestellt, regelmässig aktualisiert und weiterentwickelt. Nachträgliche Revisionen der Indizes sind möglich. Derzeit ermöglicht es lediglich eine Annäherung an die tatsächliche Regulierungsbelastung der Unternehmen in der Schweiz. Jeder Indikator bildet jeweils nur einen Teilaspekt der Belastung ab, zeigt jedoch Hinweise auf potenziell problematische Bereiche.
Internetseite: http://www.regmonitor.ch
[1] https://www.imd.org/entity-profile/switzerland-wcr/" \l "_factor_Government%20Efficiency
