Wer die Sekundarstufe II mit 25 Jahren oder älter abschliesst, verdient fünf Jahre später 5200 Franken
Neuchâtel, 14.09.2026 — Von den rund 90 000 jährlich vergebenen Abschlüssen auf Sekundarstufe II entfallen 12% bzw. 11 000 auf Erwachsene ab 25 Jahren. Fünf Jahre vor dem Abschluss hatten nur 60% von ihnen ein Erwerbseinkommen. Zudem stammten sie überdurchschnittlich häufig aus Haushalten mit niedrigem Nettoäquivalenzerwerbseinkommen (27%). Fünf Jahre nach Erlangen des Abschlusses hat sich ihre Situation deutlich verbessert: Ihr Einkommen fällt ähnlich hoch aus wie das der gleichaltrigen Bevölkerung (5200 Franken pro Monat), die Erwerbsbeteiligung beläuft sich auf 80% und Haushalte mit einem niedrigen Nettoäquivalenzerwerbseinkommen sind insgesamt untervertreten (17%). Dies sind die wichtigsten Ergebnisse aus der neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Die Merkmale dieser Gruppe von Erwachsenen sind sehr vielfältig. Sie besteht zu 45% aus Frauen und umfasst sowohl Personen, die im Alter von 15 Jahren bereits in der Schweiz wohnhaft waren und nach Vollendung des 25. Altersjahrs ihren Erstabschluss (20%) oder einen weiteren Abschluss der Sekundarstufe II (38%) erlangten, als auch neu Zugewanderte, die bereits im Besitz eines Abschlusses dieser Stufe waren (12%), und Personen ohne nachobligatorische Ausbildung aus dem Asylbereich (6%).
Jede fünfte Person ist fünf Jahre vor dem Abschluss weder in Ausbildung noch erwerbstätig
Erwachsene, die 2018 einen Abschluss erworben haben, befanden sich fünf Jahre davor in allen betrachteten Personengruppen in ähnlichen Situationen: Ihre Erwerbsbeteiligung war gering (60%) und jede fünfte Person war weder erwerbstätig noch in Ausbildung (NEET). Bei den Erwerbstätigen fiel zudem das nicht standardisierte Bruttoerwerbseinkommen niedrig aus (3500 Franken pro Monat).
Je nach Personengruppe überwiegt entweder das EFZ oder das EBA
Insgesamt haben 84% ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und 14% ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) erworben. In der Gruppe der Personen, die erst nach dem Abschluss der obligatorischen Schule in die Schweiz gekommen sind und für die es sich um einen Erstabschluss handelte, ist der EBA-Anteil besonders hoch (35%). Bei Personen aus dem Asylbereich liegt er sogar bei 66%.
Deutlich bessere Arbeitsmarktintegration fünf Jahre nach dem Abschluss
Fünf Jahre nach dem Abschluss halbiert sich der NEET-Anteil nahezu (11%) und die Erwerbstätigen sind mit knapp 80% wesentlich stärker vertreten. Diese Zahlen sind mit denen der gleichaltrigen Bevölkerung vergleichbar und vor allem deutlich höher als bei den untersuchten Personen, die noch keinen Abschluss der Sekundarstufe II haben (61% erwerbstätig und 33% NEET).
Das nicht standardisierte Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit steigt auf 5200 Franken, was einem Anstieg um fast 50% innerhalb von zehn Jahren entspricht.
Haushalte mit niedrigem Einkommen sind fünf Jahre nach dem Abschluss in der Minderheit
Fünf Jahre vor dem Abschluss waren die untersuchten Erwachsenen in Haushalten mit niedrigem Äquivalenzerwerbseinkommen übervertreten, was mit ihrem tiefen Erwerbseinkommen und ihrer geringen Erwerbsbeteiligung zusammenhängt. 27% von ihnen gehörten zu den untersten 20% der Einkommensverteilung (P20).
Fünf Jahre nach dem Abschluss hat sich ihre Situation deutlich verbessert und sie sind in Haushalten mit niedrigem Nettoäquivalenzerwerbseinkommen untervertreten (17% im P20).
Erhebliche regionale Unterschiede beim Erwerb eines Abschlusses nach dem 25. Altersjahr
Schätzungsweise erlangen rund 2% der Personen, die im Alter von 15 Jahren in der Schweiz wohnhaft waren, erst nach Vollendung des 25. Lebensjahres einen Erstabschluss der Sekundarstufe II. Während die Längsschnittquote für einen Abschluss der Sekundarstufe II bis zum Alter von 25 Jahren 91,6% beträgt, steigt sie ohne Altersgrenze auf 93,5% bis 94,0%. Wie häufig ein solcher Abschluss nach dem 25. Altersjahr erworben wird, hängt stark von den sozioökonomischen Merkmalen der betreffenden Personen ab. Da sich die Bevölkerungsstruktur regional unterscheidet, bestehen auch zwischen den verschiedenen Regionen, Städten und Quartieren der Schweiz erhebliche Unterschiede. In bestimmten Quartieren von Städten wie Basel, Zürich, Genf oder Lausanne liegt die Abschlussquote ohne Altersgrenze bis zu 8 Prozentpunkte über der Quote, die sich bei einer Altersgrenze von 25 Jahren ergibt.
Diese Medienmitteilung und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des BFS.
