Die charakteristischen Landschaften der Schweiz kartieren
Birmensdorf, 30.06.2026 — Von Mooren über Siedlungen bis zu Wäldern – Klimawandel, Bautätigkeiten oder Verwaldung verändern die typischen Landschaften der Schweiz. Eine neue, von Forschenden der WSL entwickelte Methode könnte dies in Zukunft sichtbar machen. Denn sie erlaubt, charakteristische Landschaftstypen schweizweit zu erfassen und kann so als Grundlage für eine gezielte Landschaftsentwicklung dienen.

- Forschende der WSL haben eine neue Methode entwickelt, die typischen Landschaften der Schweiz flächendeckend zu erfassen und auf Karten darzustellen.
- Sie stützen sich dabei auf vorhandene Landschaftstypologien, digitale Geodaten und Umfragen dazu, wie Menschen die Landschaft wahrnehmen.
- Die Forschenden haben mit dem Prototyp der Methode Karten zu charakteristischen Landschaften der Kantone Zug, Waadt und Graubünden erstellt.
Die Schweiz ist berühmt für ihre landschaftliche Schönheit und Vielfalt auf kleinem Raum. Oft sind bestimmte Landschaftselemente wie Streusiedlungen, Alpweiden oder Flussauen typisch und identitätsstiftend für eine Region. «Diese Vielfalt charakteristischer Landschaften und Elemente zu erhalten, ist eines der Ziele der Schweizer Landschaftspolitik», sagt Marcel Hunziker, Sozialwissenschafter an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Doch der Charakter von Landschaften verändert sich – etwa durch Neubauten, Verwaldung und den Klimawandel. Deshalb wäre eine Methode hilfreich, um Landschaftscharakteristika schweizweit systematisch erfassen und deren Veränderungen beurteilen zu können.
Eine solche haben nun die WSL und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU gemeinsam entwickelt. Sie könnte den Planungsbehörden zukünftig dabei helfen, den regionalen Charakter der Landschaft besser zu überwachen und in seiner Qualität zu erhalten. «Dafür nutzen wir bestehende Klassifikationen von Landschaften, wie den Katalog charakteristischer Kulturlandschaften der Schweiz, aber auch digitale Karten und Geodaten etwa zur Landnutzung» erklärt Hunziker.
Die Schweiz im Quadrat

Die Forschenden unterteilten die Schweiz in Quadrate mit einer Kantenlänge von 100 Metern und wiesen – je nachdem, welche Elemente dort charakteristisch sind – jedem einen entsprechenden Landschaftstyp zu. Das können naturnahe Landschaften sein wie Waldweiden oder Moore, aber auch siedlungs- oder industriegeprägte Gebiete. «Für den Kanton Zug zum Beispiel sind es insgesamt 22 verschiedene», sagt Hunziker.
Und weil Landschaft von Menschen wahrgenommen wird, integrieren die Forschenden auch Daten aus dem Programm Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES). Diese zeigen, wie Menschen den Charakter «ihrer» Landschaften empfinden. Die Ergebnisse glichen sie mit lokalen Fachleuten ab.
Karten für drei Kantone
Bis anhin haben sie einen Prototypen der Methode für den Kanton Zug erarbeitet, ihn an den Kantonen Waadt und Graubünden getestet und für alle drei Gebiete Karten erstellt. Diese zeigen, wo welche Landschaftstypen in diesen Kantonen vorkommen bzw. als prägend wahrgenommen werden und damit charakteristisch für ein Gebiet sind. Im Kanton Zug sind dies zum Beispiel Moor- und Obstwiesenlandschaften. Ihre Resultate haben sie nun in einem WSL-Bericht publiziert.
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Kontakt:
Dr. Marcel Hunziker
Gruppenleiter Sozialwissenschaftliche Landschaftsforschung, WSL Birmensdorf
marcel.hunziker@wsl.ch
+41 44 739 2459
Dominique Weber
Technischer Mitarbeiter Fernerkundung, WSL Birmensdorf
dominique.weber@wsl.ch
+41 44 739 2342
Cécile Nyffeler
Technische Fachspezialistin Fernerkundung, WSL Birmensdorf
cecile.nyffeler@wsl.ch
+41 44 739 2270
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Eine neue Landschaftscharaktertypologie für die Schweiz
Der Prototyp wurde für den Kanton Zug entwickelt und an den Kantonen Waadt und Graubünden getestet.
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