EDI und EJPD erarbeiten mit Kantonen und Gemeinden eine gemeinsame Strategie gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt
Bern, 05.02.2026 — Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement und das Eidgenössische Departement des Innern setzen sich in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt ein. Nun führen sie ihre Ansätze in einer gemeinsamen nationalen Strategie zusammen. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und Bundesrat Beat Jans bekräftigen damit das entschlossene Engagement des Bundes gegen Gewalt – in enger Zusammenarbeit mit Kantonen, Städten und Gemeinden. Die Arbeiten dazu wurden am 5. Februar 2026 lanciert.
Auf nationaler Ebene bestehen derzeit zwei zentrale strategische Instrumente zur Bekämpfung von häuslicher, sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt: der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention 2022–2026 (NAP IK) unter Federführung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) sowie die Roadmap zur Bekämpfung von häuslicher und sexueller Gewalt unter Federführung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) in Zusammenarbeit mit den Kantonen und weiteren Organisationen. Diese Instrumente haben zu einer massgeblichen Verbesserung beim Schutz vor Gewalt und bei der Prävention beigetragen.
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des EDI, und Bundesrat Beat Jans, Vorsteher des EJPD, haben im Einvernehmen mit den involvierten Kantonal- und Kommunalorganisationen beschlossen, gemeinsam eine neue Strategie zu erarbeiten, die die bisherigen Instrumente NAP IK und Roadmap ersetzen soll. Sie wollen so Betroffene effektiv vor Gewalt schützen, die Koordination weiter verstärken und Massnahmen besser aufeinander abstimmen. Ziel ist ein umfassender, kohärenter Ansatz, der bestehende strategische Instrumente zusammenführt, den politischen Austausch institutionalisiert und Massnahmen breit abstützt.
Mit einer engen Zusammenarbeit der Departemente wird gewährleistet, dass Sicherheits- und Gleichstellungsaspekte konsequent berücksichtigt werden. Die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie entspricht zudem einem Bedürfnis der beteiligten Kantone, Städte und Gemeinden sowie einer Empfehlung aus der im Dezember 2025 veröffentlichten Zwischenevaluation der Gleichstellungsstrategie 2030. «Mit der gemeinsamen nationalen Strategie stärken wir Prävention und Schutz – und setzen ein wichtiges Zeichen: Der Bund intensiviert sein Engagement gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt», sagt Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. «Häusliche und sexuelle Gewalt ist ein inakzeptables Sicherheitsrisiko für unsere Gesellschaft, das wir gemeinsam mit den Kantonen, Städten und Gemeinden bekämpfen müssen», betont Bundesrat Beat Jans.
Alle Beteiligten werden einbezogen
Seitens der Kantone werden die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) sowie die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK) die Strategie zusammen mit dem Bund erarbeiten und die bisher schon enge Zusammenarbeit weiter vertiefen. Der Vorstand SODK hat dem Mandat zur Erarbeitung einer Nachfolgestrategie am 23. Januar 2026 zugestimmt, der Vorstand der KKJPD am 30. Januar 2026. Auch der Schweizerische Städteverband (SSV), der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) sowie die Schweizerische Konferenz gegen Häusliche Gewalt (SKHG) werden in die Arbeiten einbezogen. Die Zivilgesellschaft wird, genauso wie Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, ebenfalls frühzeitig und angemessen eingebunden.
Die fachliche Koordination der Arbeiten übernimmt das EBG. Die politische Verantwortung auf Bundesebene liegt im Rahmen einer Co-Federführung beim EDI und beim EJPD. Die Arbeiten an der Strategie wurden am 5. Februar 2026 anlässlich des Ausschusses Bund–Kantone–Gemeinden zur Umsetzung der Istanbul-Konvention lanciert. Die Verabschiedung der neuen nationalen Strategie gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Weitere Informationen: Istanbul-Konvention
Strategischer Dialog «Häusliche Gewalt»
