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MedienmitteilungVeröffentlicht am 2. Januar 2026

Brand in Crans Montana: Patienten werden zur Behandlung in spezialisierte Kliniken in Europa verlegt

Bern, 02.01.2026 — Für die bestmögliche Behandlung der Verbrennungsopfer des Brands in Crans Montana erhält die Schweiz Unterstützung im Rahmen des europäischen Zivilschutzmechanismus (Union Civil Protection Mechanism UCPM). Verbrennungsopfer können mittels des Mechanismus aus Schweizer Spitälern in spezialisierten Kliniken für Brandverletzte in verschiedenen europäischen Ländern aufgenommen werden. Die Verlegungen sind medizinisch dringlich.

Patienten mit schweren Verbrennungen brauchen eine hochspezialisierte medizinische Versorgung. Gemäss der interkantonalen Planung über die hochspezialisierte Medizin (HSM) haben die Spitäler in Lausanne (CHUV) und Zürich (Universitätsspital) den Auftrag für die hochspezialisierte medizinische Versorgung von Brandverletzten in der Schweiz. Nachdem in einer ersten Phase für alle Verletzten eine Erstversorgung in Schweizer Spitälern sichergestellt werden konnte, sind die Kapazitäten für die bestmögliche langfristige Behandlung, die voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen wird, aufgrund der grossen Anzahl von Patienten mit schweren Verbrennungen nach dem Brand in Crans Montana in der Schweiz nicht ausreichend.

Die Schweiz hat daher über den dafür vorgesehenen Prozess des Union Civil Protection Mechanism um Unterstützung ersucht, nachdem verschiedene Staaten und das EU Emergency Response Coordination Centre ERCC ihre Unterstützung angeboten hatten. Die Unterstützung umfasst spezialisierte Behandlungsplätze und medizinische Lufttransportkapazitäten. Zudem unterstützen spezialisierte medizinische Equipen, sog. Burns Assessment Teams, aus Frankreich und Italien die Schweizer Spitäler im Wallis und in Lausanne und helfen bei der Koordination von Transporten in diese Länder. Zwei Liaison-Personen des ERCC treffen heute in der Schweiz ein.

Der Nationale Verbund Katastrophenmedizin KATAMED (ehem. Koordinierter Sanitätsdienst) hat eine Strategie zur Verlegung der Patienten festgelegt, wonach möglichst viele Patienten einen Platz in einer spezialisierten Klinik für die Behandlung von Verbrennungsopfern im In- oder Ausland erhalten sollen. Dabei wurden nun Prozesse angewendet, die sich im Rahmen der Neuausrichtung von KATAMED bereits in Entwicklung befanden. In Zusammenarbeit mit den Spitälern im Kanton Wallis, den spezialisierten Spitälern in Lausanne und Zürich sowie weiteren Spitälern, die Patienten aus Crans Montana betreuen, der Rega, dem EU Emergency Response Coordination Centre ERCC sowie weiteren beteiligten Organisationen koordiniert die Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung NEOC des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz die medizinischen Evakuationen.

Die behandelnden Spitäler melden die Patienten, die verlegt werden sollen. Gemäss der angebotenen Aufnahmekapazität der spezialisierten Spitäler in der EU werden dann Flüge mit für den Patiententransport ausgerüsteten Flugzeugen und Helikoptern der Rega, aber auch nationaler und europäischer Partner durchgeführt. Dabei werden sowohl Patienten mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz als auch Schweizer Patienten verlegt, um ihre bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die Zuteilung der Patientinnen und Patienten auf die zur Verfügung stehenden Behandlungsplätze erfolgt nach medizinischen Kriterien, entsprechend dem Zustand und den verschiedenen Verletzungen. Es sind medizinische Entscheide, die ausschlaggebend sind. Die Verlegung ist medizinisch dringlich und muss spätestens in den nächsten 48 Stunden erfolgen, in denen die Patienten noch so stabil sind, dass sie verlegt werden können. Es ist wichtig, dass die Angehörigen für die angewandten Kriterien und die Dringlichkeit Verständnis aufbringen, auch wenn das für die Familien unbeschreiblich schwere Situationen sind.

Gegenwärtig wird mit rund 50 Verlegungen gerechnet, die bis Sonntag, 4. Januar durchgeführt werden sollen. Die meisten Verlegungen werden in die Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und nach Belgien erfolgen, weitere Plätze wurden von anderen Staaten angeboten. Da es sich um eine enorm grosse Anzahl schwerverbrannter Patienten handelt, müssen auch Verlegungen in weiter entfernte Länder ins Auge gefasst werden. Medizinische Lufttransportkapazitäten stellen bisher Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Rumänien und Italien zur Verfügung.

Die Helpline 0848 112 117 steht den Angehörigen der Opfer sowie Leichtverletzten und Zeugen zur Verfügung.