Die Lernenden- und Studierendenzahlen werden sich je nach Bildungsstufe sehr unterschiedlich entwickeln
Neuchâtel, 12.10.2026 — Gemäss dem Referenzszenario des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird die Zahl der Studierenden an den Schweizer Hochschulen voraussichtlich weiter steigen (+21 % zwischen 2026 und 2035) und auf Bachelor- und Masterstufe die 300 000er-Marke überschreiten. Diese Zunahme ist insbesondere auf das Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl der Studierenden aus dem Ausland zurückführen. Gleichzeitig dürfte die Lernendenzahl auf Primarstufe infolge der rückläufigen Geburtenzahlen ab 2029 deutlich sinken (–8% zwischen 2026 und 2035) und sich anschliessend ab 2034 auch auf der Sekundarstufe I verringern. Auf der Sekundarstufe II ist bis mindestens 2035 mit einem Wachstum zu rechnen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des BFS zu den Szenarien 2026–2035 für das Bildungssystem.
Zwischen 2005 und 2025 nahmen die Studierendenzahlen an den universitären Hochschulen (UH), den Fachhochschulen (FH) und den pädagogischen Hochschulen (PH) stark zu. Sie erhöhten sich auf Bachelor- und Masterstufe um 79% von +137 000 Studierenden im Jahr 2005 auf 246 000 im Jahr 2025. Gemäss dem Referenzszenario des BFS ist auch in den nächsten Jahren mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen. 2035 dürften 305 000 Studierende an Hochschulen eingeschrieben sein
(+21% gegenüber 2026). Wesentliche Gründe für diese Entwicklung sind zum einen das Bevölkerungswachstum (geschätzt auf +6%), zum anderen der Anstieg der Bildungsausländerinnen und -ausländer (+19% Eintritte auf Bachelorstufe, +37% auf Masterstufe). Bei allen drei Hochschultypen wird von einem ähnlichen Wachstum ausgegangen (UH: +21%, FH: +19 und
PH: +23%).
Kräftiger Anstieg in der höheren Berufsbildung
Die Studierendenzahlen an den höheren Fachschulen werden zwischen 2026 und 2035 voraussichtlich markant zunehmen (+17%). 2035 werden auf Diplomstufe 41 300 Studierende erwartet. Die Zahl der dort verliehenen Abschlüsse dürfte sich um 16% erhöhen. Bei den eidgenössischen Diplomen ist ebenfalls mit einem Anstieg zu rechnen (+15%), die Zahl der eidgenössischen Fachausweise dürfte hingegen stabil bleiben (+1%).
Moderate Erhöhungen bei den Bildungsgängen der Sekundarstufe II
Auf der Sekundarstufe II dürften die Lernendenzahlen in den kommenden Jahren moderater zulegen, hauptsächlich als Folge des Bevölkerungswachstums in den betreffenden Altersgruppen. Bis 2035 wird in der in der beruflichen Grundbildung (eidgenössisches Berufsattest und eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) mit einem Anstieg um 10% gerechnet, in den allgemeinbildenden Ausbildungen (gymnasiale Maturität und Fachmittelschulen) um 12%.
Ende des Wachstums auf der Sekundarstufe I
Im Zuge der stark rückläufigen Geburtenzahlen seit 2022 werden voraussichtlich auch die Lernendenzahlen auf der Sekundarstufe I langfristig sinken. Bis 2031 dürften sie noch zunehmen, sich dann bis 2033 stabilisieren (+5% gegenüber 2026) und anschliessend rasch abnehmen (–2% zwischen 2033 und 2035).
Starker Rückgang in der Primarschule
In den letzten Jahren hat die Zahl der Lernenden auf der Primarstufe 3–8 stark zugenommen. 2025 belief sie sich auf 566 900 (geschätzter Wert). 2027/28 dürften die Lernendenbestände ihren Höhepunkt erreichen und anschliessend aufgrund der seit 2022 rückläufigen Geburtenzahlen sinken. Nach 2032 hängt die Entwicklung von der Anzahl der künftigen Geburten ab und ist daher mit einer grösseren Unsicherheit behaftet. 2035 sind gemäss dem Referenzszenario 527 000 Lernende zu erwarten (–8% gegenüber 2026).
Erhebliche Unsicherheiten
Derzeit bestehen erhebliche Unsicherheiten, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Im Hochschulbereich lässt sich nur schwer voraussagen, wie viele Studierende aus dem Ausland kommen werden. Ihr Anteil an den Bachelor-Studierenden beispielsweise ist in den letzten zehn Jahren von 14% auf 18% gestiegen. Weitere Unsicherheitsfaktoren sind strukturelle Veränderungen, die Anzahl künftiger Geburten und die Wirtschaftslage. Aus diesem Grund werden drei Szenarien in Betracht gezogen.
Diese Medienmitteilung und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des BFS.
