Cereulid-verunreinigte Säuglingsnahrung: Erste Testresultate liegen vor
Bern, 18.02.2026 — Im Januar und Februar 2026 haben verschiedene Hersteller in der Schweiz Babynahrungen wegen Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid zurückgerufen. Die betroffenen Produkte wurden vom Markt entfernt. Die Säuglingsnahrungen verschiedener Hersteller werden derzeit im Labor auf Cereulid untersucht. In den ersten 33 analysierten Proben wurde das Gift in zwei Proben nachgewiesen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) klärt das gesamte Ereignis zusammen mit den kantonalen Vollzugsorganen lückenlos auf und verlangt von den Unternehmen eine kritische Aufarbeitung sowie Verbesserungen.
Seit dem 5. Januar 2026 haben die Hersteller von Babynahrungen der Marken BEBA, Alfamino, Aptamil, Babybio und Bimbosan in der Schweiz Produkte wegen Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid zurückgerufen. Dieser kann insbesondere Erbrechen und Durchfall auslösen. Seit dem 3. Februar 2026 sind beim BLV 20 Meldungen möglicher Krankheitsfälle eingegangen.
Wo die verwendeten Babynahrungen noch vorhanden waren, liess das BLV diese bei den betroffenen Familien abholen und im Labor auf Cereulid untersuchen. Parallel dazu lassen die kantonalen Vollzugsbehörden im Rahmen eines Monitorings Proben verschiedener nicht zurückgerufener Babynahrungen, die auf dem Markt weiterhin erhältlich sind, auf das Toxin analysieren. Die ersten Resultate dieser Untersuchungen liegen nun vor: In keiner der bisher analysierten 30 Proben von auf dem Markt erhältlichen Produkten wurde Cereulid nachgewiesen. Von den bisher drei analysierten Proben von Familien wurde in zwei Cereulid festgestellt. In einer war der Giftstoff nicht nachweisbar. Bei den positiv getesteten Proben der Familien handelt sich um Babynahrungen der Marke «Aptamil Pronutra 1, 1.2 kg» und «Aptamil Pronutra Junior 12+». Beide Produkte hatte Danone am 5. Februar 2026 zurückgerufen.
Dass nicht alle Produkte von Familien mit Erkrankungen Cereulid enthalten, erklärt sich damit, dass einige Hersteller aus Vorsichtsgründen eine breite Palette an Babynahrungen zurückgerufen haben. Darunter möglicherweise auch solche, die von der Verunreinigung nicht betroffen waren.
Der Bund verlangt Verbesserungen von den Unternehmen
Die betroffenen Lebensmittelunternehmen Danone, Nestlé und Hochdorf Swiss Nutrition sind weiterhin gefordert, die genauen Ursachen der Cereulid-Kontamination aufzuklären. Das BLV hat nach dem ersten Rückruf über die zuständigen kantonalen Vollzugsstellen umgehend die entsprechenden Dokumentationen bei den Unternehmen angefordert. Insbesondere will das BLV Aufklärung darüber, ob die Unternehmen die rechtlichen Vorgaben des vorsorglichen Gesundheitsschutzes eingehalten und rasch genug reagiert haben. Es verlangt zudem, dass die Unternehmen ihre Qualitätssicherungs- und Prüfprozesse kritisch hinterfragen und ihre Lieferanten besser überwachen. Dies, um dieses Problem künftig besser zu erkennen und Massnahmen rascher einzuleiten. Die kantonalen Vollzugsbehörden werden die Umsetzung dieser Verbesserungen überwachen.
Das BLV geht davon aus, dass keine breiten Rückrufe mit zahlreichen Produkten mehr erscheinen.
Produkt-Monitoring der Kantone
Im Frühling ist eine weitere Untersuchungs-Kampagne der kantonalen Vollzugsorgane an Babynahrungen geplant. Diese Massnahme erfolgt vorsorglich, um die Lebensmittelsicherheit über das vorliegende Ereignis hinaus zu überwachen und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Weitere Informationen: Mit Cereulid verunreinigte Säuglingsnahrung
